2008-08 Dienstreise nach Menorca

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So nah und doch so fern

12. und 13. August 209

Inhaltsverzeichnis

So nah, und doch so fern: Menorca ist nicht Mallorca! Obwohl die beiden Inseln nur 30 km auseinander liegen, so hat man doch den Eindruck, als wenn es mehrere Hundert Kilometer seien. Menorca ist komplett anders! Andere Menschen, anderen Touristen, andere Landschaft. Eine Fahrt mit der Fähre von Alcudia nach Ciutadella lohnt sich!

Überfahrt

Es geht ja so ganz unchristlich früh los! Wir starten noch vor dem Sonnenaufgang in Cala Ratjada und fahren nach Alcudia rauf. Von dort aus geht unsere Fähre rüber nach Menorca, wo wir einen Tag lang über die Insel fahren, um neue geschäftliche Kontakte zu knüpfen und alte zu pflegen.

Das Boarding ist etwas eigenartig: Es darf nur der Fahrer, also Jörg, mit dem Auto rein fahren. Ich muss zu Fuß durch eine Waffenkontrolle wie beim Flughafen. Das Auto dagegen wird nicht kontrolliert. Der Sinn dieser Aktion bleibt mir verborgen.

Ich bin ja noch nie mit einer Fähre gefahren. Daher finde ich es um so beeindruckender, dass die Zahl der Passagiere genau am Eingang angeschlagen ist: 65 Personen plus ein Baby! Und der Kapitän ist genau so alt, wie ich. Das kann ja heiter werden...

Der Westen -- Ciutadella

Wir landen in Ciutadella, im Westen der Insel. Ciutadella war früher die Hauptstadt von Menorca. Wer aber denkt, dass der Ort direkt am Meer liegt, der wird enttäuscht. Fast wie Hamburg fährt man erst mal relativ weit in die Insel rein. Die Finnen nennen das wohl "Fjord". Während der Einfahrt kann man vielen Leuten bequem durch die Fenster auf den Teller schauen, so eng ist es dort. Das Wende-Manöver im Hafen wird dann zur Maßarbeit. Gefühlt ist vor und hinter der Fähre nur noch ein Meter oder so Platz. Aber der junge Kapitän scheint sein fach zu verstehen...

Und schon bald stellen wir fest: Menorca ist anders. Und zwar so ganz anders, als die große Schwester Mallorca. Die Landschaft ist komplett anders, viele Tiere auf den Feldern, die Häuser sind ganz anders und auch die Touristen sind komplett anders: Viele (gesittete) Engländer und kaum Deutsche! Auch der Baustil erinnert ehr an England als an mediterrane Häuschen auf dem Lande...

Dieser kleine Abstecher soll uns an die kleine Bucht Cala Maracella führen. Dafür fährt man zunächst aber gefühlte 2 Stunden über eine nicht enden wollende Staub-Piste. Die Bäume und Büsche entlang des schlaglochübersehten Weges sind schon ganz grau und farblos von dem feinen Staub, der von jedem Wagen aufgewirbelt wird...

Irgend wann hat man dann die Wahl zwischen einem kostenfreien Parkplatz und einem kostenpflichtigen. Wir entscheiden uns für die Gratis-Version und erfahren nach weiteren 10 Minuten Holper-Fahrt, warum der kostenlos ist: Vom Parkplatz aus muss man nämlich noch 15 Minuten zu Fuß zur Bucht gehen. Aufgrund der Hitze verzichten wir drauf und kehren frustriert um.

Wieder festen und geteerten Boden unter den Füßen inspizieren wir den dunklen Chrysler Voyager von Jörg: Der ist mittlerweile stark paniert und etliche Nuancen heller geworden!

Als kleinen Service auf dem Weg entlang der Staub-Piste zum Strand wird einem aber immerhin angezeigt, ob es sich überhaupt noch lohnt, besagten Parkplatz anzusteuern! Dann kann man immerhin schon vorher umdrehen und muss das nicht erst kurz vor dem Parkplatz tun, wo ein Wenden ohnehin annähernd unmöglich ist!

Wir sind wieder bei Ciutadella, diesmal aber nördlich davon in Cala en Blanes. Eine weitere der vielen kleinen Buchten auf der kleinen Insel. Im Schatten der Palmen machen wir eine kleine Mittagspause und trinken einen cafe con hielo und schauen dem Papagei zu, der, wen wunderts, nur hola sagen kann...

Zum westlichen Abschluss der Menorca-Reise ein paar Bilder aus der Innenstadt von Ciutadella, der ehemaligen Inselhauptstadt. Die Bilder sind rund um der Plaza Mayor am Rande der Altstadt entstanden, wo auch das Rathaus steht und der Wochenmarkt statt findet.


Panorama - Hafen Ciutadella


Der Hafen von Ciutadella, der einstigen Hauptstadt von Menorca liegt tief im inneren der Insel und lässt den großen Fähren kaum Platz zum wenden. Während dieses Manövers kann man den Leuten bequem durch die Fenster auf Ihre Teller schauen...


Der Osten -- Mahon

Spät am Abend kommen wir schließlich im Osten von Menorca an: Die Hauptstadt Mahon, genauer gesagt in Es Castell, ein kleiner Ort an der Bucht von Mahon. Obwohl es schon zappenduster ist, zeigt sich die Stadt von seiner besten Seite. Hier findet man etwas, was auch Mallorca im Allgemeinen und Cala Ratjada im Besonderen gut tun würde, zumal gerade in Rattata die Gegebenheiten dafür vorhanden wären.

Am Hafen gibt es unzählige kleine Restaurants und Bars und Cafes. Alle direkt am Wasser. Dazwischen immer mal wieder die Zugänge zu den Schiffen. Der Bootshafen und die Gastronomie verschmelzen hier zu einer Einheit und bieten ein wirklich ungebremstes mediterranes Feeling, was ich in dieser Form schon lange nicht mehr gespürt habe...

Nun, das Hotel zeichnet sich eigentlich nur durch sein Badezimmer aus: Es gibt 2 Badewannen! Offensichtlich waren es zuvor mal zwei Einzelzimmer gewesen, die man kurzerhand zu einem (wirklich sehr großen) Doppelzimmer zusammengelegt hat. Daher auch 2 Eingangstüren, 2 Wandschränke und 2 Balkone!

Da hilft auch nicht der schöne Blick aus dem Frühstückssaal darüber hinweg, dass das Hotel ehr Mittelmaß ist und schlichtweg zu teuer für das, was es bietet.

Tja, und Tags darauf geht es dann wirklich nach Mahon. Schiffe gucken, Altstadt gucken und natürlich Xoriguer kaufen, der berühmte Gin aus Menorca in der bekannten grünen Flasche mit Henkel! Kaufen kann man ihn, und andere flüssige Delikatessen (Pomada zum Beispiel) übrigens direkt in der Fabrik. Nur einen Einblick in die Produktion bekommt man leider nicht. Schade! Das leckere Getränk ist dort übrigens etwa 2 EUR günstiger, als auf der Nachbarinsel Mallorca...

Heimwärts

Auf der Rückfahrt schaukelt es etwas mehr. Das hat zur Folge, dass sich die Fähre in der Ankunft schon um eine halbe Stunde verspätet. Außerdem hat sich jemand auf der Strecke Alcudia-Ciutadella das Essen durch den Kopf gehen lassen. Natürlich mitten im Durchgangsbereich. Großzügig werden Flatterbänder gespannt...

Wir lassen und davon nicht weiter beeindrucken, essen zu Abend und schauen hinterher zu, wie der Lotse trotz Wellengangs einfach so an Bord hüpft.

Eine beeindruckende Dienstreise in eine ganz andere Welt, geht zu ende und ich kann jedem nur empfehlen, im Urlaub einfach mal für einen Tag rüber zu fahren...

 

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